Leuchtturm Mariupol – Patenschaft und Hilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine

Neues Projekt mit Förderung durch Aktion Mensch

Aktion Mensch          EMFA Logo

Das Projekt "Leuchtturm Mariupol - Patenschaft für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine" wird von der EMFA / Integrationsagentur ab dem 1. Juni 2022 ein Jahr lang durchgeführt und von der Aktion Mensch gefördert. Es verfolgt das Ziel, durch erhöhte / verstärkte Patenschaften für Kinder und Jugendliche ihre gesellschaftlichen Teilhabe zu erhöhen sowie Kriegstraumata aufzuarbeiten. Dadurch wird die schulische sowie berufliche Integration erleichtert und ermöglicht.

Die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen wird aktiv eingebunden: Das Projekt schafft Orte und partizipative Netzwerke für Begegnungen in Sozialräumen, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Aktivitäten zu gestalten und zu erleben sowie (Selbst-)Isolation und Traumata aus dem Krieg zu überwinden. Die Bonner Netzwerke im Bereich Ehrenamt, Behinderung und Flucht werden fortlaufend miteinbezogen, um die Bedarfe der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu erfahren und ihnen bedarfsorientierte Unterstützung zu leisten.

Das Projekt wendet sich vor allem an Kinder und Jugendliche aus der Ukraine mit Behinderungen und Kriegstraumata. Ehrenamtliche Pat*innen werden eingesetzt, geschult und begleitet, um den Kindern und Jugendlichen zu helfen und sie zu unterstützen. Sie werden aus den evangelischen Gemeinden sowie aus unserem Netzwerk Flüchtlingsarbeit akquiriert. Die beteiligten Ehrenamtlichen gewinnen weitere interkulturelle Erfahrung in ihren Wirkungsräumen, vor allem in den Sozialräumen und Kirchengemeinden, und sie werden dabei gefördert, sich weitere interkulturelle Kompetenzen anzueignen und als Multiplikatoren zu dienen.

Als EMFA-Integrationsagentur haben wir seit über 30 Jahren eine Anlaufstelle für Geflüchtete, die durch mehrere Ehrenamtliche unterstützt werden. Darüber hinaus haben wir ehrenamtlich Engagierte in den evangelischen Gemeinden. Dieser Personenkreis wird für das Projekt aktiviert und wirkt als Multiplikator*in. Inzwischen haben sich Kinder und Jugendliche aus der Ukraine bei einigen unserer Gemeinden gemeldet, die bereits von den Gemeinden in Obhut genommen wurden. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der geflüchteten Kinder und Jugendlichen in der nächsten Zeit steigen wird.

Wir ereichen unsere Zielgruppe über evangelische Gemeinden und über unsere bestehenden Netzwerke. Wir haben bereits einige Netzwerke in den Bereichen Flüchtlings- und Integrationsarbeit sowie Gesundheit / Behinderung (www.fbk-bonn.de). Weiterhin kooperieren wir mit dem Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V., mit dem wir ein Haus teilen. Das BIM ist als anerkannter Träger der Jugendhilfe in der Lage, die Zielgruppe anzusprechen und auf unser Projekt zu verweisen. Darüber hinaus erreichen wir die Kinder und Jugendlichen auch über die Jugendhilfeeinrichtungen der verschiedenen evangelischen Gemeinden in Bonn und der Region. Die EMFA-Integrationsagentur Bonn verfügt über langjährige Projekterfahrung, eine etablierte Sozial- und Flüchtlingsberatung sowie eine starke Vernetzung mit evangelischen Gemeinden und Netzwerkpartnern. Sie führt Kulturaktivitäten und Angebote für geflüchtete Kinder durch. Dadurch bestehen langjährige Verbindungen zu den Ehrenamtlichen.

Standorte des Projektes:
a) im Bonner Norden, hier insbesondere in den Ortsteilen Tannenbusch, Auerberg, Dransdorf und Bonn-Castell, wo zahlreiche Migrant*innenselbstgruppen beheimatet sind.
b) im MIGRApolis - Haus der Vielfalt in der Bonner Innenstadt
c) in den Evangelischen Gemeinden in Bonn
d) in den Sozialräumen der Kooperationspartner*innen, wo sie ihre Aktivitäten stattfinden lassen
e) in/an vielfältigen weiteren Kulturstandorten und Beratungsstellen in der Bundesstadt Bonn


 

Gemeinsam für Inklusion und Gleichstellung auf dem Bonner Münsterplatz

Aktionstag „Solidarität mit Menschen mit Behinderung in Bonn“ am 05.05.2022
Von J. Michael Fischell

Bei strahlendem Sonnenschein wurden am 5. Mai 2022 auf dem Bonner Münsterplatz unter dem Motto „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“ die Interessen von Menschen mit Behinderung sicht- und hörbar gemacht. Anlass war der `Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“. Die Behinderten-Gemeinschaft Bonn e.V. hatte eingeladen, und viele (Selbsthilfe-)Gruppen sowie Vereine stellten mit vielen Aktionen und Infoständen ihre Arbeit vor. Ein schönes Bühnenprogramm mit zahlreichen Gesprächen und viel Bewegung im sprichwörtlichen Sinne fand erfreulichen Anklang.

Ein aktiver Teilnehmer des Gleichstellungstages war der Referent der EMFA /Integrationsagentur Bonn, J. Michael Fischell. Auf der Bühne und am Stand der Behinderten-Gemeinschaft Bonn e.V. informierte er über die ´Selbsthilfegruppe geflüchteter / zugewanderter Menschen mit Beeinträchtigungen / Gesundheitseinschränkungen` und andere Projekte der EMFA / Integrationsagentur. Er berichtete, wie Selbsthilfe dazu beitragen kann, die Lebenssituation geflüchteter Menschen, von Migrant*innen mit Behinderung zu verbessern sowie den Zugang zu Gesundheits- und Teilhabeleistungen zu unterstützen.

J. Michael Fischell ist außerdem stellvertretender Vorsitzender der Behinderten-Gemeinschaft Bonn e.V.

Die EMFA / Integrationsagentur hat sich mit einem Stand am Aktionstag beteiligt. J. Michael Fischell hat die EMFA dort vertreten.

Solidaritätstag 1 Solidaritätstag 2 Solidaritätstag 3 

J. Michael Fischell, Fotos: Hıdır Çelik


 

Friedens-Aktionstag und Picknick auf dem X-tra Platz der Kreuzkirche

77 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges – Unsere Hoffnungen und Visionen für den Frieden jetzt

Am Sonntag, dem 8. Mai 2022, veranstalteten der Evangelische Kirchenkreis und das Evangelische Forum Bonn anlässlich des 77. Jahrestages des Kriegsendes einen Friedensaktionstag auf dem X-tra Platz vor der Kreuzkirche.

Bei gemeinsamem Picknick, Gesprächen und wunderschöner ukrainischer Gesangsbegleitung wurden Zeichen für den Frieden in der Ukraine und für die ganze Welt gesetzt.

Zu Gast waren u.a. der rheinische Präses, Dr. Thorsten Latzel, die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner und die Integrationsbeauftragte Coletta Manemann mit Redebeiträgen zu Visionen des Friedens und Berichten aus der Bonner Geflüchtetenarbeit.

Die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur stellte gemeinsam mit der Diakonie ihre Unterstützungsangebote für Geflüchtete vor und berichtete von alltäglichen Herausforderungen und Erfolgserlebnissen.

Aktionstag 08 05 22 Foto: Dirk Meier


 

Film über das Konversations-Café

Am 13. Dezember 2021, dem letzten Treffen vor Weihnachten, besuchte ein Filmteam unser Konversations-Café im MIGRApolis - Haus und führte Interviews mit Besucher*innen und Mitarbeiter*innen durch.

Da an diesem Tag auch die Ausstellung "Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern" eröffnet wurde, wurde auch sie intensiv angesprochen.

Wir freuen uns sehr über den Besuch und darüber, dass wir Ihnen das gedrehte Material zeigen können: 

Hier der Link zum Film (unter IA Bonn sowie Gesamtfilm ab 0:47)


 

KulturCafé

Sonntag, 29. Mai 2022, 11.30 Uhr
MIGRApolis - Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, Bonn
mit Monika Winkelmann

Gespräch und Diskussion
Auf den Spuren von Geflüchteten: "Je bunter, desto schöner!"

Die Kriege des vergangenen Jahrhunderts, der letzten zwanzig Jahre und nun der in der Ukraine zeigen uns deutlich, dass wir weit weg von einer friedlichen Welt sind. Die meisten von uns wissen inzwischen, dass langfristig kein Mensch auf Kosten anderer Lebewesen leben kann, auch nicht auf Kosten unserer Erde. Das Leiden, die Tragödien, die immensen Verluste an Menschenleben sind unermesslich - besonders bei Geflüchteten, und hier besonders bei Kindern, Müttern und Kranken. Doch das soll uns nicht hindern, nach kreativen Wegen Ausschau zu halten, wie wir Mut machen, Mitgefühl in die Praxis umsetzen und berührende Freundschaften schließen können!

Auf den Reisen, die ich als "moderne Pilgerreisen" ansehe, an Orte, an denen Genozide verübt wurden oder Menschen in großer Anzahl ermordet wurden oder umkamen, lernte ich wunderbare Personen kennen, mit denen ich kostbare Stunden teilte, ihre Geschichte hörte, wir miteinander weinten und lachten und verschiedenste Arten von herrlichem Kaffee oder Tee tranken. Seit ich diese Einkehrtage mache, habe ich jüdische, syrische, afrikanische, palästinensische, bosnische, serbische und sicher bald ukrainische Freundinnen und Freunde. Freunde, die genauso wie ich echte Gastfreundschaft lernen möchten.

Ich erzähle, beantworte Fragen, lese ein paar Texte vor, zeige Fotos. Wir machen Pausen, genießen Getränke und Gebäck. In den letzten 90 Minuten bilden wir einen großen Kreis, und jede*R, der oder die etwas sagen oder beitragen möchte, bekommt den Raum dafür.

BUNT bedeutet für mich: Jedes Alter. Jede Hautfarbe und Sprache. Egal, ob mit oder ohne Rollstuhl oder andere (unsichtbare) Behinderung. Wen Sie lieben, geht uns nichts an. Auch unseren Toten sind wir natürlich verbunden, das bedeutet BUNT auch. BUNT meint vollständig.

Bitte bringen Sie mit: - TEELICHT MIT HALTER. - EINEN GEGENSTAND, der an Heimat oder Flucht erinnert.

Sie dürfen auch IHRE KINDER mitbringen.


 

Bedarfe von geflüchteten Menschen / mit Migrationsgeschichte und Behinderungen/gesundheitlichen Einschränkungen

Ein Workshop voller Informationen und Anregungen

Von J. Michael Fischell (Dipl.Soz.Wiss.)

Am Dienstag, dem 5. April 2022, fand ganztägig der (digitale) Workshop „Hilfe?? - das können wir nur selber tun! / Gesundheitliche Teilhabe und Hilfe durch Vielfalt und Engagement“ statt. Eingeladen hatte das Bonner Netzwerk Migration, Flucht und Behinderung. Erfreulich viele Organisationen sowie Aktive der Flüchtlings- und Behindertenhilfe, der Migrations- und Sozialarbeit sowie der Selbsthilfe nahmen an der Veranstaltung teil. Ziel des Workshops war ein Austausch, wie Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchteten mit Behinderungen mehr Inklusion und gesundheitliche Teilhabe ermöglicht werden kann. Zu dem Erfolg des Workshops trugen, neben den sachkundigen und interessanten Referaten, die sehr regen und vorwärtsweisenden Diskussionen, insbesondere in den angebotenen Arbeitsgruppen, bei.

In einem Impulsreferat informierte J. Michael Fischell, der Projektreferent der EMFA (Integrationsagentur) Bonn, über das „Bonner Netzwerk Migration, Flucht und Behinderung“. Zunächst stellte er die bisher beteiligten Akteur*innen und ihre Arbeitsweise in einer Steuerungsgruppe vor, um sodann grundlegende Ziele des Netzwerkes zu erörtern. Insbesondere gelte es, die Lebenssituation geflüchteter Menschen, von Migrant*innen mit Behinderung, zu verbessern und Barrieren abzubauen, hin zu niedrigschwelligen, bedürfnisgerechten Angeboten. Die Aktivitäten des Netzwerkes beinhalten u.a. den fachlichen Erfahrungs- und Aktionsaustausch, Weiterbildung sowie die Förderung von Empowerment und Selbsthilfe.

Ein Schwerpunkt des Impulsreferates lag in der Erörterung von Veränderungsbedarfen an der Schnittstelle Flucht und Behinderung. Genannt seien hier nur beispielhaft:
- viele ungenutzte Kompetenzen und Ressourcen einer Kooperation der Unterstützungssysteme für Menschen mit Behinderungen sowie für Geflüchtete,
- die wachsende Zahl von Geflüchteten mit Beeinträchtigungen / Behinderung(en) und gesundheitlichen Einschränkungen,
- der große Informationsbedarf an Unterstützung und Beratung.

Insbesondere gelte es die Selbsthilfe und den Peer-Ansatz zu stärken. Zusammengefasst: die behinderungspolitischen Paradigmen von Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit auch für geflüchtete Menschen mit Behinderung wirksam machen.

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Herzliche Einladung zur Teilnahme an der Interkulturellen Woche 2022

Logo 2022

16. September – 3. Oktober 2022

#offen geht, das ist das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche (IKW) 2022.

Das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche lässt sich mit vielen Assoziationen verbinden, in einer Zeit, wo wir von Putin in Europa mit einem dritten Weltkrieg bedroht werden. Seit über 60 Tagen wird die Ukraine ununterbrochen bombardiert und Tausende von Menschen getötet, die Städte und Wohnviertel werden dem Erdboden gleichgemacht. Die russische Invasion in der Ukraine führte dazu, dass Millionen von Ukrainern, vor allem Frauen und Kinder, aus ihrem Land fliehen mussten. Auch nach Deutschland kamen inzwischen über 350.000 Geflüchtete, die hier bei uns Zuflucht fanden.

Andererseits hat die Gesellschaft in der seit über zwei Jahren andauernden Corona-Pandemie auf vieles verzichten müssen. Dennoch stehen wir als Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit vor großen Herausforderungen, einerseits in der Solidarität miteinander sowie auch in der Solidarität mit Geflüchteten für eine bessere Zukunft in Deutschland und Europa.
Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Pandemie werden wir neue Perspektiven entwickeln, um die Zukunft ohne Hass und Vorurteile zu gestalten. Solidarität wird in dieser Zeit großgeschrieben. Wir können nicht wissen, ob der Krieg in der Ukraine bald zu Ende geht oder ob wir nach der Corona-Pandemie wieder zur Normalität zurückkehren werden können. Trotz der Pandemie hatten wir die Interkulturelle Woche 2020 und 2021 in Bonn, so wie sie geplant war, durchgeführt.

Wir planen auch die diesjährige Interkulturelle Woche 2022, in der Hoffnung, dass sie stattfindet und dass der Krieg in Ukraine bald zu Ende geht. Dennoch stehen wir, wie 2015, vor einer großen Herausforderung, die Integration der Geflüchteten in die Gesellschaft zu vollziehen.

Wie auch wir, wie der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche, laden alle Initiativen, Verbände und Gemeinden alle Bonner*innen ein, sich mit den Inhalten und Zielen der Interkulturellen Woche auseinanderzusetzen.

Die Interkulturelle Woche startet bundesweit mit einer Auftaktveranstaltung am Sonntag, dem 25. September in Heidelberg und dauert bis Montag, den 03. Oktober 2022.
Der Tag des Flüchtlings ist in diesem Jahr am Freitag, dem 30. September 2022.

In Bonn beginnen wir die IKW bereits am Freitag, dem 16. September 2022, mit einer feierlichen Eröffnung im MIGRApolis - Haus der Vielfalt.

Auch wir in Bonn wollen mit der IKW zu Wort kommen, um uns unermüdlich für eine offene Gesellschaft einzusetzen und gemeinsam den Feinden der freiheitlichen Demokratie entgegen zu treten, die die Pandemie für ihre Ziele missbrauchen. Wir werden uns auch dagegen wehren, dass die Geflüchteten aus anderen Ländern gegen die Geflüchteten aus Ukraine aufgehetzt werden. Wir setzen uns für alle Geflüchteten ein, unabhängig davon, aus welchem Land und aus welchem Grund sie bei uns Zuflucht suchen.

Wir werden mit unseren Aktionen die rassistisch motivierten Anschläge und Aktivitäten verurteilen und nicht zulassen, dass die menschen- und fremdenfeindlichen Ideologien durch ein Klima von Abschreckung und Angst die Gesellschaft in Deutschland spalten. Wir werden sie dort bekämpfen, wo es sein soll. In unserer Arbeit stehen die universellen Grund- und Menschenrechte im Mittelpunkt.

Wir fordern die Politik auf, gegen Diskriminierung, Rassismus, Hetze und Hass gegenüber Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund offen und klar Position zu beziehen. Als Zivilgesellschaft und Kirchen sollen wir die Parteien und Politiker*innen auffordern, sich aktiv und offen für die Menschen einsetzen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Leid der getrennten Flüchtlingsfamilien gemildert wird. Auch in Bonn sind zahllose Familien betroffen, die auf ihre Angehörigen warten. Das Recht, als Familie zusammenzuleben, wurde für subsidiär Geschützte erst ausgesetzt, dann abgeschafft. Hier werden wir uns zu Wort melden, damit die Hürden sowohl beim Nachzug zu Schutzberechtigten von außerhalb Europas als auch bei der Familienzusammenführung innerhalb der EU abgeschafft werden.

Wir finden es sehr wichtig, dass die Bonner Organisationen, Kirchengemeinden und Flüchtlingsinitiativen gemeinsam eine Initiative ergreifen, um auf die Situation der Flüchtlingsfamilien aufmerksam zu machen und die Politik zu Lösungen zu drängen.

Als Organisatoren der Interkulturellen Woche in Bonn rufen wir dazu auf, dass wir als Kirchen und Initiativen gemeinsam mit Bürger*innen in den Stadtteilen laut und vielfältig unsere Stimme gegen jede Art von Nationalismus, Rassismus, religiösen Fanatismus und Diskriminierung und für eine gleichberechtigte demokratische Gesellschaft erheben. Wir rufen dazu auf, dass wir uns gemeinsam auf die Seite von bedrängten und bedrohten Menschen sowie Geflüchteten stellen, um gemeinsam in Netzwerken für eine friedliche und solidarische Gesellschaft aufzutreten.

Mit der Interkulturellen Woche 2022 möchten wir versuchen, wie auch in den vergangenen Jahren, gemeinsam als Bonner Organisationen, Einrichtungen, Kirchengemeinden, Vereine und Verbände, die interkulturellen Themen in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir möchten uns durch Begegnungen in den Stadtteilen kennenlernen, uns gegenseitig einladen, treffen und zeigen, wie ein bereicherndes Zusammenleben in unserer Stadt in Vielfalt gelingen kann.

Machen Sie bei der Interkulturellen Woche 2022 in Bonn mit!

Nur durch Vielfalt können wir die Vorurteile und die Ängste, die von rassistischen und radikal islamistischen Gruppen in der Gesellschaft verbreitet und geschürt werden, abbauen.
Planen Sie in den Tagen der Interkulturellen Woche eine Veranstaltung in Ihrem Wirkungsbereich. Werben Sie für die Interkulturelle Woche in Ihrer Umgebung. Es ist uns wichtig, dass wir gemeinsam die Inhalte der Interkulturellen Woche 2022, wie auch in den vergangenen Jahren, so gestalten, dass neue Akzente im Themenfeld Integration und interkulturelles Leben gesetzt werden können.

Das Programm soll einen Rahmen für besondere Aktionen und Veranstaltungen bieten, die sich am diesjährigen Motto orientieren. Im Vordergrund des Programms stehen Themen wie Migrations-, Flüchtlings- und Integrationspolitik sowie auch Extremismus und radikale Gruppierungen. Diesbezüglich erwarten wir auch von politisch Verantwortlichen verbesserte politische Rahmenbedingungen zur gleichberechtigten Teilhabe von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten.

Beteiligen Sie sich mit Ihrer Organisation oder Initiative an der Interkulturellen Woche 2022.

Auf vier Veranstaltungen können wir Sie jetzt schon hinweisen und Sie dazu einladen:
• Freitag, 16.9., 16.00 Uhr: Feierliche Eröffnung der Interkulturellen Woche im MIGRApolis-Haus der Vielfalt
• Sonntag, 18.9., 11.30 Uhr: KulturCafé im MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
• Montag, 19.9., 14.00 Uhr: Konversations-Café: Ein Raum für Begegnung mit und ohne Flucht
• Sonntag, 25.9., 10.00 Uhr: Gottesdienst zur Interkulturellen Woche in der Kreuzkirche

Schicken Sie bitte den Rückmeldebogen bis zum 15. Juni 2022 an uns zurück.

Falls Sie den Termin nicht wahrnehmen können, aber trotzdem eine Veranstaltung planen möchten, setzen Sie sich bitte bis dahin auf jeden Fall mit uns in Verbindung, damit Ihr Angebot in einem gemeinsamen Flyer berücksichtigt werden kann.

Für Nachfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt: EMFA-Integrationsagentur, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn, Tel.:0228 / 697491, Fax: 0228 / 9691376
Dr. phil. Hıdır Çelik, Leiter der EMFA-Integrationsagentur im Evangelischen Kirchenkreis Bonn

Die Interkulturelle Woche wird, wie bisher, weiterhin von der Stabsstelle Integration der Bundesstadt Bonn unterstützt.


 

Wir helfen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine

Uns fehlen die Worte angesichts des unermeßlichen Leids in der Ukraine. Viele Menschen möchten helfen. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Wenn Sie geflüchteten Menschen hier in Bonn und der Region helfen möchten, ist das über eine Spende an die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Bonn (EMFA) / Integrationsagentur möglich.

Die EMFA / Integrationsagentur kümmert sich in Absprache mit der Stadt Bonn und den Kirchengemeinden um Wohnraum für Geflüchtete.

Für die Grundausstattung von Wohnraum, die Zahlung von Kautionen und für Nachhilfeunterricht für Kinder werden dringend Spenden benötigt.

Mit Dank und Gottes Segen

Ihr Pfarrer Dietmar Pistorius
Superintendent


 

 

7 Wochen ohne Stillstand – Üben für gerechten Frieden in der Ukraine

Fasten zielt zumeist auf Innehalten. Sich Zeit zu nehmen, mit etwas aufzuhören, um aufmerksam dafür zu werden, was ich wirklich brauche oder nicht. Durch Konzentration achtsam zu werden.

Die diesjährige Fastenaktion „7 Wochen ohne“ lenkt die Konzentration auf Veränderung und Vermeidung von Stillstand: Nicht stillhalten, sondern handeln, um etwas zu ändern.

Der Krieg in der Ukraine beweist mir, wie wichtig dies gerade jetzt ist. Deshalb möchte ich das Motto von „7 Wochen ohne Stillstand – Üben“ etwas abändern: Ohne Stillstand – Üben für gerechten Frieden in der Ukraine

Am 24. Februar 2022 hat die russische Armee mit einem flächendeckenden militärischen Angriff auf die Ukraine begonnen. Weil so der Frieden gebrochen wurde, rief Präsident Selenskyj den Kriegszustand aus. In der Ukraine herrscht Zerstörung, Leid und Tod. Viele Menschen sind auf der Flucht, um einen sicheren Ort zum Leben zu finden. Sie sehnen sich nach gerechtem Frieden. Wie kann der Krieg beendet werden, nicht nur durch einen Waffenstillstand, sondern durch Frieden?

Nur wenn wir uns nicht damit abfinden, dass in Europa, ganz in unserer Nähe Krieg herrscht. Es ist wichtig, nicht zu resignieren, weil man glaubt, nichts tun zu können. Es ist richtig, Mitleid mit den vom Krieg Betroffenen zu fühlen. Jede und jeder sollte überlegen, was sie tun können: beten, spenden, öffentlich demonstrieren, Geflüchtete aufnehmen usw. Jeder Versuch ist besser als nichts zu tun. Lasst es uns versuchen und üben.

Weil unserem Handeln jedoch Grenzen gesetzt sind, möchte ich zu Gott beten für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa. Für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine, Belarus, den USA und der EU, dass sie Wege aus der Eskalation finden. Möge Gott uns gerechten Frieden schenken, dass wir alle abrüsten mit Worten und Taten.

Lassen Sie uns dafür üben.

Pastor Dirk Voos


 

Ausstellung "Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern" eröffnet

Am 13. Dezember 2021 wurde im MIGRApolis - Haus der Vielfalt die Ausstellung zum Projekt "Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern" im Rahmen des Konversations-Cafés eröffnet.

Aus der Sicht der Enkelkinder wurde in diesem Projekt aufgezeigt, welche Werte ihre Großeltern ihnen weitervermittelt haben. Mit einer Erzähl- und Bilddokumentation, bestehend aus Interviews und Bildstrecken, werden umfassende Informationen an Wissenschaft und Experten weitergegeben, um in der Gesellschaft bestehende Vorurteile gegenüber der ersten Generation zu widerlegen. Es werden durch Erzählungen der Enkelkinder Wege aufgezeigt, welche Faktoren in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass die erste Generation nicht an der gesellschaftlichen Integration teilgenommen hat, und wie in der Zukunft deren Ausschluss aus der gesellschaftlichen Teilhabe überwunden werden kann.

Die Ausstellung kann im MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn, besichtigt werden. 

Ausstellung Grosseltern

Fotos: Ulrich Püschmann

Enkelkinder