Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern

mia nonna mio nonno
mi abuela mi abuelo
Meine OMA Mein OPA
Büyükannem Büyükbabam
i giagiá mou o pappoús mou
dapîra min bapîrê min

Inzwischen sind über 60 Jahre seit dem Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien sowie der Türkei vergangen.

Die erste Generation der Zugewanderten wurde oft mit ihrer Anpassungsbereitschaft sowie ihrer Loyalität zu Deutschland oder Integrationsverweigerung beschrieben. Nach über 60 Jahren Migration werden neue Debatten geführt, welchen Einfluss sie auf ihre Kinder und Enkelkinder hat und ausübt. Vielfach wird über die Defizite der ersten Generation debattiert, aber nicht viel über deren Beziehung zu ihren Enkelkindern.

Die demographische Entwicklung  in Deutschland zeigt, dass mittlerweile in der zweiten und dritten Generation eine wachsende Heterogenität vorhanden ist. Die Lebenssituation dieser Generationen zeigt sich, je nach Millieu und sozialem Umfeld, unterschiedlich. Diese unterschiedlichen kulturellen wie sozialen Prägungen werden natürlich auch durch die erste Generation beeinflusst. Hier werden wir auch durch das Projekt feststellen, welche Faktoren, wie Kommunikation zwischen den Generationen, eine Rolle spielen.

Dabei verläuft diese Beziehung nicht immer positiv. Auch die sprachliche Kommunikation ist ein Faktor, der von der dritten Generation unterschiedlich wahrgenommen und weitergegeben wird.
Vor allem gibt es unter dentürkeistämmigen Zuwander*innen als der größten Migrantengruppe (etwa 3 Millionen) Konflikte zwischen den Generationen, die durch sprachliche Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten entstehen.

In der Gesellschaft bestehen Vorurteile gegenüber der ersten Generation, dass sie nur negative Einflüsse auf ihre Kinder und Enkelkinder ausgeübt hat. Wir werden durch dieses Projekt nachweisen, dass sie auch positive Einflüsse hinterlassen hat.

Aus der Sicht der Enkelkinder wird aufgezeigt, was ihre Großeltern wollten und welche Werte sie ihnen weitervermittelt haben. Mit einer Erzähl- und Bilddokumentation, bestehend aus Interviews und Bildstrecken, werden umfassende Informationen an Wissenschaft und Experten sowie Beratungsstellen weitergegeben, um in der Gesellschaft bestehende Vorurteile gegenüber der ersten Generation zu widerlegen. Es werden durch
Erzählungen der Enkelkinder Wege aufgezeigt, welche Faktoren in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass die erste Generation nicht an der gesellschaftlichen Integration teilgenommen hat, und wie in der Zukunft deren Ausschluss aus der gesellschaftlichen Teilhabe überwunden werden kann.

Die dritte Generation der Jugendlichen aus der Migrationsgesellschaft  hat einen reichen Erfahrungsschatz und bietet uns ihr Wissen an, wie wir aus der Vergangenheit lernen, um einen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dadurch wird auch ein Perspektivenwechsel gegeben, der nicht nur auf Defizite und Probleme orientiert ist.
 
Wer eine Geschichte über seine/ihre Großeltern erzählen möchte, kann sich bei uns melden. Verantwortlich sind für das Projekt: Dr.phil.Hidir Celik und Ulrich Püschmann.