Die unterschiedlichen Erwartungen und Voraussetzungen der Migranten aus dem Mittleren und Nahen Osten

Dienstag, 28. September 2021, 18:00 Uhr

Als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer begleitet der Referent Dr. med. Hossein Pur Khassalian MigrantInnen seit 2015.

In seinem Vortrag wird er über die unterschiedlichen Erwartungen und Voraussetzungen berichten, die seine Schützlinge aus Syrien, Afghanistan und den Iran mit sich bringen.

Ort: MIGRApolis - Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn, Eintritt frei
Kontakt: Dr. Med. Hossein Pur Khassalian, Telefon: 02283929799, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Gemeinsam gegen Antisemitismus in Bonn

Die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur stellt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Bonn Porträts und Texte zu Antisemitismus in Bonn aus.

Antisemitismus zeigt sich in Deutschland und auch hier in Bonn wieder deutlicher. Mit dem Projekt „Wir miteinander gegen Hass und Antisemitismus“ geben wir diesem so wichtigem Thema eine Bühne auf den öffentlichen Plätzen unserer Stadt und kommen mit Mitbürger*innen ins Gespräch.

Die Ausstellung zeigt Stellungnahmen von Bonner Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik zu Antisemitismus sowie jüdischem Leben in Bonn und Deutschland. Ihre Perspektiven waren Auslöser vieler spannender Gespräche mit Passant*innen in den Innenstädten Bad Godesbergs, Tannenbuschs und Bonner Zentrums. Menschen verschiedener Kulturen und Religionen sowie jeden Alters kamen ins Gespräch und stellten Fragen. Viele waren schockiert darüber, dass Antisemitismus wieder so sichtbar geworden ist in unserer Gesellschaft und sprachen der jüdischen Gemeinschaft ihre Solidarität aus. „Es ist traurig, dass so eine Ausstellung nötig ist“, kommentierte ein älterer Herr auf dem Münsterplatz. Es herrschte oftmals Fassungslosigkeit darüber, dass Juden in Deutschland wieder Angst haben. „Das Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland angegriffen werden ist einfach nur erschreckend. Gerade im Angesicht unserer Geschichte“, kommentiert eine junge Frau in Bad Godesberg. Über alle Kulturen und Religionen hinweg zeigte sich bei den Gesprächen ein breiter Konsens über das gemeinsame Ziel: Antisemitismus in unserer Gesellschaft entschieden entgegentreten. „Es ist wichtig allen zu zeigen, dass Antisemitismus hier bei uns nichts zu suchen hat. Jeder muss bei sich im privaten Umfeld anfangen und gegen Hass und Hetze einstehen!“ fasst ein junger Mann die Stimmung von vielen treffend zusammen.

Ziel der Ausstellung war es, jüdischen Menschen in Bonn zu zeigen, dass sie nicht alleine dastehen und Bewusstsein für Antisemitismus bei unseren Mitbürger*innen zu schaffen. In vielen oft intensiven und immer respektvollen Gesprächen konnten wir dies immer wieder erreichen.

Die Porträts werden zum Abschluss des Projekts noch einmal während der Interkulturellen Woche am 19. September im Haus Migrapolis zu besichtigen seien. Zusätzlich wird das Projekt in verschiedenen Bonner Kirchengemeinden ausgestellt werden. Sollten Sie die Ausstellung zeigen wollen, kontaktieren Sie uns gerne. 

Bonn, 12.08.2021
Timon Steger

Artikel im General-Anzeiger Bonn

 

Antisemitismus 1  Antisemitismus 2 Fotos: Hıdır Çelik


 

Dirk Voos – Wachet und betet

Gebete zu Flucht und Migration während der Corona-Pandemie 2020

Wachet und betet

Die Corona-Pandemie erschütterte das gesellschaftliche Leben überall auf der Welt. Aufgrund der besonderen Situation in einer fremden Umgebung trafen und treffen die Auswirkungen Geflüchtete, Migranten und alle, die sich um sie kümmern, sehr. Es entstand eine große Sehnsucht nach Halt. Beten särkt in solchen Krisen spirituell die Resilienz. Beten ist darüber hinaus Solidarität als Eintreten für andere und ihre Sorgen und Nöte.

Vom 8. April bis 21. Mai 2020 bot Dirk Voos jeden Morgen einen Gebetsimpuls mit einer kurzen Erläuterung an. Diese Impulse sind nicht nur ein Zeitzeugnis für die weltweiten Auswirkungen der Pandemie auf Geflüchtete, sie können auch weiter auf die jeweilig aktuelle Situationen übertragen werden und zum Beten anregen.

Free Pen Verlag, Bonn 2021

Klappenbroschur | 118 S. | 1. Auflage 2021 | ISBN 978-3-945177-88-4

€ 10,00

Das Gebetbuch „Wachet und betet“ von Dirk Voos ist ein schönes Dokument dafür, wie gläubige Menschen Gott gegenüber konkret werden - Das Leid und die Sorgen und zugleich die Potenziale von uns allen ihm darlegen und seine Antwort erwarten. So konkret, dass es manchmal wie ein Gebets-Tagebuch wirkt (S. 94/95). Darin liegt ein Stärke des Gebetbuches. Es reizt dazu, es gleich zu tun: Das Geschehen zu analysieren und das Destillat Gott darzubringen. Zugleich aber liegt darin etwas Manna-haftes: Die Analysen und Bitten gehören in ihren zeitlichen Kontext, können und sollen jedoch nicht lange vorhalten. Aber der Weg der Gottesbegegnung, also die Weise, ist nicht an seinen Kontext gebunden. Und darin liegt ein dauerhafter Wert von "Wachet und betet".

Pfarrer Alexander Liermann, Frankfurt


 

Die Selbsthilfegruppe der EMFA / Integrationsagentur aktiv für „Bonn Inklusiv“

Die Stadt Bonn hat einen Plan, den Behindertenpolitischen Teilhabeplan. Dieser heißt „Bonn Inklusiv“ und hat das Ziel, dass alle Menschen am Leben in der Stadt teilnehmen können. Nun findet eine Bürgerbefragung zum Teilhabeplan „Bonn Inklusiv“ statt, denn die Weiterentwicklung des Teilhabeplans ist wichtig.

Vor einiger Zeit war nun ein Fotograf im Haus MIGRApolis-Haus der Vielfalt und hat mit Mitgliedern unserer Selbsthilfe-Gruppe von geflüchteten/zugewanderten Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen Fotos für eine Plakat-Kampagne der Stadt Bonn im Rahmen von „Bonn Inklusiv“ gemacht.

Nun sind die ersten Plakate im Bonner Stadtgebiet ausgestellt!

Wenn Sie an der Befragung teilnehmen möchten, erreichen Sie die Seite von „Bonn Inklusiv“ unter: www.bonn-macht-mit.de/bonn-inklusiv . Von da aus kommt man auch in die Befragung (Beteiligungsseite).

Auf dieser Seite ist auch unser Foto (und andere schöne Aufnahmen von Gruppen) zu sehen, und es gibt weitere Informationen zu unserer Selbsthilfegruppe (unter dem Lebensbereich Behinderung und besondere Aspekte).

Haben Sie Fragen? Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Projektträger der Selbsthilfegruppe ist die die EMFA / Integrationsagentur. Projektleiter: Dr. Hidir Celik; Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit des Ev. Kirchenkreises Bonn (EMFA) / Integrationsagentur 
Projektkoordination: J. Michael Fischell (Dipl.Soz.Wiss.)
Gefördert als spezifische Maßnahme im Rahmen der KOMM-AN NRW III-Projekte durch die Landesregierung NRW in Kooperation mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. und der Bundestadt Bonn.


 

Hausaufgabenbetreuung im MIGRApolis-Haus

KEINE LUST, ALLEIN ZU LERNEN?
Wir informieren Eltern über das deutsche Schulsystem.
Wir unterstützen Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, bei ihren Hausaufgaben.
Gemeinsam wiederholen wir Unterrichtsinhalte.
Komm vorbei!

MIGRAPOLIS - HAUS DER VIELFALT
BRÜDERGASSE 16-18
53111 BONN

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG
BEI INTERESSE MELDET EUCH BEI:
www.migrapolis.de
Michaela Sagert (BIM e.V.)
Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mobil: 0178-5735942

Ein Projekt des BIM e.V. in Kooperation mit der EMFA / Integrationsagentur
Gefördert durch die Deutsche Telekom Stiftung

HA_MIGRApolis_Familien.pdf


 

Miteinander in der Stadt

Ausstellung von Juni bis September 2021 in Bonn
Termine: 12.8., 13.8. und 14.8.

„Wir miteinander gegen Hass und Antisemitismus"

So titelt eine Ausstellung gegen Antisemitismus mit Porträts und Statements von Bonner Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik.

Unter Federführung der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur ist die Ausstellung, die von der Stabsstelle für Integration der Stadt Bonn gefördert und in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Bonn kuratiert worden ist, seit Mitte Juni in Bonn an verschiedenen öffentlichen Orten zu sehen.

Die Arbeitsgruppe „Gegen rechts“ der Friedenskirchengemeinde in Bonn zeigt die Ausstellung nun auch in den Stadtteilen Kessenich, Dottendorf und der Gronau:

am Donnerstag, 12.8.2021 von 11.30 -14 Uhr
auf dem Fußweg vor dem Posttower,
Kurt-Schumacher-Str.,53113 Bonn

am Freitag, 13.8.2021 von 14 -17 Uhr
auf dem Vorplatz St. Quirin, Quirinstr., 53129 Bonn

am Samstag, 14.8.2021 von 9 -13 Uhr,
Ecke Hausdorffstr./Pützstr., 53129 Bonn

Herzliche Einladung zum Gottesdienst am Sonntag, 15.8.2021, 10 Uhr, Friedenskirche, Franz-Bücheler-Straße 10, 53129 Bonn-Kessenich
„Wir gemeinsam gegen Hass und Antisemitismus“, anschließend Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung.

pdf-Datei

Weitere Termine:

Mittwoch, 11. August: Theaterplatz in der Fußgängerzone Bad Godesberg: 15-18 Uhr

Sonntag, 19. September: Abschlussveranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche im Haus Migrapolis, Brüdergasse 16-18: 12-14 Uhr


 

Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern

Enkelkinder

Inzwischen sind über 65 Jahre seit den Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien sowie der Türkei vergangen. Es wurde oft in den gesellschaftspolitischen Diskursen über die erste Generation der Migranten und Migrantinnen diskutiert, wie sie in der Gesellschaft integriert wurde, oder ob sie die Integration verweigert hat.

Die erste Generation wurde oft mit ihrer Anpassungsbereitschaft sowie ihrer Loyalität zu Deutschland oder Integrationsverweigerung beschrieben. Nach über 65 Jahren Migration werden neue Debatten geführt, welchen Einfluss sie auf ihre Kinder und Enkelkinder hat und ausübt. Vielfach wird über die Defizite der ersten Generation debattiert, aber nicht viel über deren Beziehung zu ihren Enkelkindern.

Die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass mittlerweile in der zweiten und dritten Generation eine wachsende Heterogenität vorhanden ist. Die Lebenssituation dieser Generationen zeigt sich, je nach Milieu und sozialem Umfeld, unterschiedlich. Diese unterschiedlichen kulturellen wie sozialen Prägungen werden natürlich auch durch die erste Migrantengeneration beeinflusst. Hier haben werden wir auch durch das Projekt feststellen, welche Faktoren, wie Kommunikation zwischen den Generationen, eine Rolle spielen.

EMFA / Integrationsagentur (Hg.)
Enkelkinder erzählen Geschichten über ihre Großeltern
Heft | Klammerheftung | 80 Seiten | 1. Auflage 2021 | ISBN 978-3-945177-89-1
€ 7,50


 

Wir miteinander gegen Hass und Antisemitismus in Bonn

Die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur stellt im Rahmen des Antisemitismusprojekts „Wir miteinander gegen Hass und Antisemitismus“ Porträts und Texte zu Antisemitismus in Bonn aus.

Antisemitismus in Deutschland nimmt wieder zu. Juden in Deutschland haben Angst, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu zeigen, jüdische Personen und Institutionen werden Opfer von Angriffen. „Der Einsatz gegen Antisemitismus ist Verpflichtung aller in Deutschland lebenden Menschen“, äußert sich Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn.

In der Ausstellung „Gemeinsam gegen Hass und Antisemitismus“ beziehen Bonner Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik Stellung zu Antisemitismus in Bonn und Deutschland. Ihre einzigartigen Perspektiven rufen nicht nur zum Nachdenken, sondern direkt zum Handeln auf. Ob in Glaubensgemeinschaften, Schulen, Gedenkstädten oder der Politik: Antisemitismus darf in Bonn keinen Platz haben. „Wir müssen aufstehen gegen Rassismus und Antisemitismus“, fordert Dietmar Pistorius, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn. „Für vernünftige Menschen – egal welchen Glaubens oder welcher Herkunft – kann es nur eine Reaktion gegen Antisemitismus und radikales Gedankengut geben: Gemeinsamer Widerstand! Dazu verpflichtet uns nicht zuletzt das Erbe unserer Stadt Bonn als Entstehungsort des Grundgesetzes“, ergänzt Dr. Wolfgang Picken, Stadtdechant Bonn.

Die von der Stabsstelle Integration der Stadt Bonn geförderte und in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Bonn kuratierte Ausstellung wird über den Sommer in den Stadtteilen Bonns auf öffentlichen Plätzen ausgestellt werden.

Am 17. Juni war die Ausstellung in Tannenbusch auf dem Vorplatz des Tannenbusch-Center zu besichtigen (Fotos: Hıdır Çelik)

Tannenbusch 17 06 1

Tannenbusch 17 06 2

Nächste Termine und Orte sind:

08. Juli: Münsterplatz in der Bonner Innenstadt: 15-18 Uhr

11. August: Theaterplatz in der Fußgängerzone Bad Godesberg: 15-18 Uhr

19. September: Abschlussveranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche im Haus Migrapolis, Brüdergasse 16-18: 12-14 Uhr

Bitte beachten Sie den Mindestabstand und tragen Sie eine medizinische Maske.

Ansprechpartner:

Dr. Hidir Celik
(Leiter Ev. Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur), 
Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
Tel.: 0228-697491
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pressemitteilung_Antisemitismus

Aus aktuellem Anlass:

Wir verurteilen die Anschläge auf Synagogen in mehreren deutschen Städten, unter anderem an unserem Standort Bonn, aufs Schärfste, und wir solidarisieren uns mit den Jüdischen Gemeinden. Weiterhin setzen wir uns für Toleranz und Vielfalt sowie gegen religiös und politisch motivierte Gewalt und Hass ein! 

EMFA / Integrationsagentur

Mahnwache Synagoge   Mahnwache Synagoge 2

Mahnwache vor der Bonner Synagoge am 12. Mai 2021, Fotos: Çelik


 

Konversations-Café wieder geöffnet

Wir freuen uns sehr, dass nach langer pandemiebedingten Unterbrechung das Konversations-Café seit dem 21. Juni 2021 wieder geöffnet ist! 

Jeden Montag von 14.00 bis 16.00 Uhr sind Sie wieder herzlich eingeladen, Gespräche zu führen und neue Kontakte zu knüpfen. 

Kleine Texte laden zum Austausch ein und erweitern den Wortschatz. 

Leiterin des Konversationscafés ist Barbara Schlüter, unterstützt wird sie von Samal Hussain und Arejdane El Madani. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 

Konversationscafe 21 06 Foto: Hıdır Çelik


 

Für den Zugang zu Gesundheit-, Pflege und Teilhabeleistungen

Erklärung des „Bonner Netzwerkes Flucht, Migration und Behinderung“ zum Weltflüchtlingstag 2021

Der Weltflüchtlingstag findet 2021 wie jedes Jahr am 20. Juni statt. In den letzten Jahren hat die Zahl geflüchteter Menschen traurige Höchststände erreicht, Millionen von Menschen waren und sind gezwungen, vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat zu verlassen.

Der Weltflüchtlingstag ist für uns, das „Bonner Netzwerk Flucht, Migration und Behinderung“, Anlass, auf notwendige Änderungsbedarfe an der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung hinzuweisen.

In Bonn lebt eine wachsende Zahl von Geflüchteten / Zuwanderinnen und Zuwanderern mit Beeinträchtigungen / Behinderung(en) und gesundheitlichen Einschränkungen. Asylsuchende und geduldete Menschen mit Behinderung sind mit vielen Teilhabebarrieren konfrontiert. So ist ihr Zugang zu Teilhabe- und Rehabilitationsleistungen durch das Asylbewerberleistungsrecht in der Praxis eingeschränkt. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die gesellschaftliche und politische Teilhabe Zugewanderter und Geflüchteter mit Behinderung zu verbessern, ihnen mehr Teilhabe an Gesundheit, Prävention, Pflege zu ermöglichen. Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit darf keine Frage des Aufenthaltstitels sein.

Wir sehen aktuell insbesondere folgende Handlungsbedarfe:

- Sprachförderangebote für zugewanderte Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung

Hinreichende Sprachkenntnisse sind die notwendige Grundlage für gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe. Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung und kognitiver Beeinträchtigung benötigen für erfolgreichen Spracherwerb besondere Rahmenbedingungen, die im aktuellen Integrationskursangebot des Bundes nicht abgebildet werden. Durch das Fehlen solcher Angebote wird eine gelungene Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und an der Arbeitswelt verhindert. Es besteht also Handlungsbedarf in der Entwicklung bedarfsgerechter Sprachförderangebote für zugewanderte Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung.

- Identifizierung behinderungsspezifischer Schutzbedarfe geflüchteter Menschen

Die 16. Integrationsministerkonferenz (IntMK) am 29. April 2021 betonte, dass geflüchtete Menschen mit Behinderung einer besonderen Schutzbedürftigkeit unterliegen und einen entsprechenden Anspruch auf Versorgung im Rahmen der Erstaufnahmestrukturen haben. „Eine wesentliche Voraussetzung, um ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit gerecht zu werden, ist die systematische Identifizierung entsprechender Schutzbedarfe innerhalb der Erstaufnahmestrukturen.“, so die Konferenz. Aktuell findet diese Identifizierung behinderungsspezifischer Schutzbedarfe im Rahmen des Asylaufnahmeverfahrens, entgegen Deutschlands unionsrechtlicher Verpflichtung (EU-Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU, Art. 22), nicht systematisch statt. Bleiben Schutz- und Unterstützungsbedarfe jedoch unsichtbar, hat das massive Folgen und Auswirkungen auf diverse Ebenen, sei es Unterbringung, Infektionsschutz, Beschulung, Zugang zu notwendig medizinischen und Leistungen der Rehabilitation und Teilhabe u.a.

Wir befürworten daher die Empfehlung der IntMK an den Bund ein einheitliches Verfahren zur Identifizierung behinderungsspezifischer Schutz- und Unterstützungsbedarfe zu ermöglichen. Die notwendige Identifizierung besonderer Schutz- und Unterstützungsbedarfe geflüchteter Menschen mit Behinderung darf nicht dem Zufall überlassen werden.

Haben Sie Fragen zum Netzwerk und/oder möchten Sie mitmachen, nehmen Sie gerne Kontakt auf!
Kontakt zum Netzwerk: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit freundliche Grüßen
i. A. des Netzwerkes
J. Michael Fischell (Dipl.Soz.Wiss.) /Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur

Erklärung_16_06_2021