Geflüchtete Menschen mit Behinderung vor Corona schützen - Infektionsrisiken senken

Ein Appell von Handicap International e.V. an die Ministerpräsident/-innen der Bundesländer 
 
Menschen mit Behinderung droht bei einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 in vielen Fällen ein lebensbedrohlicher Krankheitsverlauf. Geflüchtete Menschen mit Behinderung sind aufgrund ihrer Unterbringung in Sammelunterkünften besonders gefährdet, sich zu infizieren. Um ihr Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit bestmöglich zu wahren, müssen Politik und Verwaltung handeln.
 
Wir appellieren an die Ministerpräsident/innen der Länder:
 
  • Um geflüchtete Menschen mit Behinderung und alle weiteren zur „CoronaRisikogruppe“ zählenden geflüchteten Personen zu schützen, müssen diese zusammen mit ihren Angehörigen aus Sammelunterkünften in dezentrale Unterkünfte verlegt werden. 
  • Geflüchteten Menschen mit Behinderung muss in der Corona-Krise uneingeschränkter Zugang zu sozialen und medizinischen Leistungen gewährt werden, um ihnen weitere Unsicherheiten und Belastungen zu ersparen und krisenbedingte Zugangsbarrieren abzubauen.  
  • Während der Corona-Krise dürfen keine Leistungskürzungen erfolgen. Negative Asylbescheide müssen bis zum Sommer ausgesetzt werden.
 
Menschen mit Behinderung gehören in vielen Fällen der Risikogruppe an Bei Menschen mit Behinderung verläuft eine Erkrankung an Covid-19 oft sehr schwer. Viele Behinderungen gehen mit Risikofaktoren wie einer eingeschränkten Herz- und/oder Lungenfunktion, einem schwachen Immunsystem oder Muskelbeschwerden einher. So besitzen zum Beispiel Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ein vergleichsweise geringes Lungenvolumen. Wer unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt ist, kann nur schwer abhusten. Viele Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) sind aufgrund eines schwächeren Immunsystems Infektionen gegenüber weniger widerstandsfähig. Auch chronisch Erkrankte haben in den meisten Fällen ein erhöhtes Risiko für einen gefährlichen Covid-19-Krankheitsverlauf.  In der gegenwärtigen Situation gilt es zudem, die Unterstützungsbedürfnisse von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder einer Lernbehinderung wahrzunehmen. Für sie kann es unter Umständen sehr schwer sein, die relevanten Informationen zum Thema Sars-CoV-2 und die damit einhergehenden Verhaltensregeln zu erfassen. Viele kognitiv beeinträchtigte Menschen sind im Falle einer Covid-19-Erkrankung zudem nicht in der Lage, Krankheitssymptome rechtzeitig zu erkennen und zu kommunizieren. Hier ist eine aufmerksame und sensible Begleitung notwendig. Außerdem müssen infektionsvorbeugende Verhaltensregeln in leichter Sprache, oft in persönlicher Ansprache und in Wiederholung, zugänglich gemacht werden. 
 
Bereits diese Beispiele zeigen: Menschen mit Behinderung sind in der derzeitigen Pandemiesituation besonders exponiert. Sie müssen daher auf bestmögliche Weise darin unterstützt werden, sich vor der Covid-19-Erkrankung zu schützen, die für sie lebensgefährlich verlaufen könnte. Mit Blick auf jene Menschen mit Behinderung, die der Gruppe der Geflüchteten angehören, kommt Deutschland diesem Schutzauftrag derzeit zu wenig nach. Die vielerorts praktizierte Form der Unterbringung in Sammelunterkünften setzt diese vulnerable Personengruppe einem unnötig hohen Infektionsrisiko aus. Geflüchtete Menschen mit Behinderung aus Sammelunterkünften vorbeugend in dezentrale Unterkünfte verlegen Die in der Zuständigkeit der Länder oder Kommunen liegende Unterbringung geflüchteter Menschen in Sammelunterkünften bedeutet für die „Corona-Risikogruppe“ - unter ihnen auch geflüchtete Menschen mit Behinderung - eine besondere Gefährdung. Es ist davon auszugehen, dass im Falle einer SARS-CoV-2-Infektion innerhalb einer Sammelunterkunft in kürzester Zeit zahlreiche Kontaktpersonen ebenfalls infiziert werden. Das Zusammenwohnen auf engstem Raum, das oftmalige Fehlen von Schutzausrüstung und sogar von Desinfektionsmitteln setzt alle Bewohner/-innen, auch die von einem schweren Krankheitsverlauf bedrohten, einem hohen Infektionsrisiko aus. Derzeit praktizierte Maßnahmen, die nach Eintreten einer SARS-CoV-2 Infektion eine Umverteilung Betroffener und der mit ihnen in Kontakt stehenden Bewohner/-innen in andere Sammelunterkünfte zum Ziel haben, greifen zu kurz. Zu groß ist die Gefahr, weitere Kontaktpersonen und somit potenziel Infizierte zu übersehen.  Um die in Sammelunterkünften lebende vulnerable „Corona-Risikogruppe“ vor einer Infektion und einem mit ihr einhergehenden gefährlichen Krankheitsverlauf zu schützen, muss diese vorbeugend in dezentrale Unterkünfte verlegt werden, in denen der notwendige Infektionsschutz sichergestellt werden kann. Dafür kommen zum Beispiel Wohnungen, leerstehende Ferienappartements und Hotels infrage. Mit der Umverteilung muss überprüft werden, inwieweit eine pflegerische, soziale oder medizinische Betreuung notwendig ist. Gelingen kann ein solcher Prozess bei guter Zusammenarbeit von Ländern, Landkreisen und Kommunen, Einrichtungsleitungen, Fach- und Beratungsstellen und den Betroffenen selbst. Bereits jetzt gibt es positive Beispiele für dieses Vorgehen. So hat die Hansestadt Bremen am 24.03.2020 der Corona-Risikogruppe angehörige Bewohner/-innen der dortigen zentralen Landesaufnahmeeinrichtung dezentral untergebracht.i Auch haben die Integrationsbeauftragten von Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen in einer gemeinsamen Erklärung die Notwendigkeit eines solchen Schrittes unterstrichen.ii Zugang zu Informationen und Leistungen für geflüchtete Menschen mit Behinderung sicherstellen – Fristen und negative Asylbescheide aussetzen  Geflüchtete Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – brauchen niedrigschwellige, herkunftssprachliche Informationen, besonders wenn sie sich noch im Asylverfahren befinden und ihr Leben von großer Unsicherheit geprägt ist. Viele Organisationen, unter anderem auch Handicap International e.V.iii, haben darauf rasch reagiert, sodass inzwischen viele derartige Materialien vorliegen. Der Zugang zu diesen Informationen muss durch die jeweiligen Kontaktpersonen oder Einrichtungsleitungen ermöglicht werden. 
 
In Bezug auf Behördentermine gilt es, das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 für geflüchtete Menschen mit Behinderung zu minimieren. Auch in der gegenwärtigen Ausnahmesituation dürfen den Betroffenen keine Nachteile aufgrund ihrer Behinderung entstehen. Zu bedenken ist hierbei, dass Beratungsstellen derzeit nur telefonisch oder online und somit eingeschränkt unterstützen können. Ausländer- und Sozialbehörden müssen daher alle Fristen, die mit Terminen oder Assistenzbedarf verbundenen sind, aussetzen. Nur so kann verhindert werden, dass sich geflüchtete Menschen mit Behinderung gefährlichen Infektionsrisiken aussetzen bzw. ihnen aus ihrer Behinderung Nachteile erwachsen. Dies betrifft auch aufenthaltsrechtliche Fragen. U.a. aufgrund der Kontaktsperren, der Aussetzung von Asylverfahrensberatung und fehlender Unterstützung bei der Überwindung von Barrieren ist vielen geflüchteten Menschen der Zugang zum Rechtsweg versperrt. Negative Asylbescheide müssen daher ausgesetzt werden. Der Zugang zu geschützter medizinischer Versorgung muss auch während der Corona-Krise sichergestellt sein.  In der momentanen Situation dürfen keine Leistungen gekürzt und keine Sanktionen ausgesprochen werden. Nur so erhalten geflüchtete Menschen in Deutschland die notwendige Handlungsfreiheit, die sie brauchen, um auf die mit Corona verbundenen Herausforderungen reagieren zu können.

Über uns
 
Handicap International (HI) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation. Sie unterstützt weltweit Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen, um deren Lebensbedingungen zu verbessern. HI hilft bei Armut und sozialer Ausgrenzung, bei Konflikten und Katastrophen. Die Grundpfeiler ihrer Arbeit sind Menschlichkeit und Inklusion. Auf völkerrechtlicher Ebene kämpft die Organisation gegen die Missachtung der Menschenrechte, den Gebrauch von Landminen und Streubomben sowie Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung. Handicap International e. V. ist Mitglied der internationalen Organisation Humanity & Inclusion (ehem. Handicap International), die die Umsetzung der Programmarbeit verantwortet. HI ist eines der sechs Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat. Mit dem Projekt „Crossroads | Flucht. Migration. Behinderung.“ setzt sich Handicap International e. V. für den Aufbau bundesweiter Strukturen an der Schnittstelle Flucht Migration und Behinderung ein. Im Rahmen von dessen Arbeit entstand der vorliegende Appell.
 

Zu Ostern ein hoffnungsvoller Blick nach vorne auf das, was kommt

Letzter spiritueller Impuls der Fastenzeit nach 7 Wochen ohne Pessimismus und mit Zuversicht 

Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? (Röm 8,24)

Nach 7 Wochen Passions- und Fastenzeit wird endlich Ostern. Das Ziel ist erreicht. Das Fasten endet. Gönnen Sie sich etwas Gutes. Etwas, was Sie freut. Stärken Sie Ihre Lebensfreude. Ostern ist Signal für einen Neuanfang. Für neue Lebenschancen. Für Lebensfreude.

Seit Wochen leben wir mit den Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus, doch noch wissen wir nicht, wann es vorbei ist. Bald? Oder können die Regelungen zumindest gelockert werden? Wir können es nur hoffen. Ein Zielpunkt ist noch nicht in Sicht. Wir können nur hoffen. Aber Hoffnung, die man sieht, ist keine Hoffnung. Hoffnung richtet sich nicht auf das, was schon ist, sondern auf das, was wird. Bald? Oder auch später.

Mit Paulus glaube ich: Wir sind gerettet. Es wird gut. Deshalb nur Mut!
Fröhliche Ostern!

Ihr Pastor Dirk Voos

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Gebetsaufruf für Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten während der Zeit der Gefährdung durch Coronaviren

Täglich möchte ich einen Gebetsimpuls anbieten, um zusammen für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten und ihre Helferinnen und Helfer zu beten. Die Einschränkungen durch die Gefährdung mittels Coronaviren sind bedrückend, weil es so unklar ist, wie es weitergeht. Jeden Tag ändert sich die Lage. Dieses Einschränken des öffentlichen Lebens entschleunigt aber auch und gibt Zeit für Wesentliches wie Nachdenken, sich Besinnen, Beten.

Weil persönliche Treffen augenblicklich zu vermeiden sind, ist in solchen Zeiten neben gegenseitiger karitativer Hilfe auch spirituelle Unterstützung für die Seele wichtig. Zeiten wie diese sind angesichts der Unverfügbarkeit des Geschehenden Zeiten zum Beten. Jedoch nicht nur individuelles Bitten für jemand selbst und seine persönlichen Interessen, sondern auch für andere und ihre Sorgen und Nöte.

Dazu werde ich dazu jeden Tag ein Gebetsanliegen, das Flucht, Migration und Integration betrifft mit einer kurzen Erläuterung des jeweiligen Gebetsanliegens verschicken. Sie können diese Bitten laut oder leise in Gedanken mitbeten, als Teil in ein eigenes Gebet übernehmen oder als Anregung zu eigenen Bitten nutzen. Beten Sie, wann Sie Zeit haben. Wählen Sie jedoch möglichst eine Zeit, wenn gleichzeitig Glocken zum Gebet läuten.

Ich bin davon überzeugt, das Gebet und noch mehr das Gebet vieler große Kraft und Wirkung hat. Lassen Sie uns beten für das Wohl und die Gesundheit, für Gerechtigkeit und Frieden.

Wer möchte, dem schicke ich die Gebetsimpulse gerne per E-Mail. Melden Sie sich zu diesem Newsletter bitte bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.

Pfarrer Dirk Voos

Gebetsimpuls_EMFA_2020_Corona.pdf


 

Ein neues (digitales) Angebot zum Austausch und Weiterbildung: „Vielfalt und Hilfe durch Inklusion und gesundheitliche Teilhabe“

Liebe Kolleg*innen,
 
wir von der EMFA /Integrationsagentur Bonn hoffen, Sie und Ihre Klient*innen finden mit Blick auf die vielen neuen Herausforderungen einen guten Umgang mit der aktuellen Coronasituation. Vor dem Hintergrund der veränderten Beratungssituation und momentanen Lage stellt sich die Frage nach alternativen Kommunikationsformen, nach neuen Formen des Austausches und der Kooperation. Digitale Medien können in dieser besonderen Situation eine nützliche gemeinsame Plattform zur Förderung des Dialogs bilden.
 
Ich sehe in der gegenwärtigen Lage eine Aufgabe darin, ein Online-Gesprächsformat für den Austausch und die Hilfe für zugewanderte Menschen mit einer Behinderung/Beeinträchtigung bzw. Erkrankung bereitzustellen. Dies soll in Form eines Online-Seminars angeboten werden, von dem wir uns erhoffen, dass es in der veränderten Situation für den Austausch von Erfahrungen untereinander, beim Aufbau / bei der Unterstützung von Selbsthilfegruppen und für die veränderte Beratungspraxis von Nutzen sein wird. Deshalb werden wir auch das neue Projekt, dass die EMFA / Integrationsagentur in den Handlungsfelder der Gesundheits- und Behindertenhilfe unter dem Titel „Vielfalt und Hilfe durch Inklusion und gesundheitliche Teilhabe“ begonnen hat, zur Zeit mit digitalen Kommunikationsformen fortführen.
 
Die Grundidee des Projektes ist es, durch niedrigschwellige und bedürfnisgerechte Angebote der Beratung, Information, Hilfesettings und Unterstützung Migrant*innen und Geflüchteten mehr Teilhabe an Gesundheit, Prävention, Pflege zu ermöglichen. Unsere bisherigen Erfahrungen mit der erfolgreichen „Selbsthilfegruppe älterer geflüchteter / zugewanderter Menschen mit Beeinträchtigungen / Gesundheitseinschränkungen und ihre Angehörigen im MIGRApolis - Haus der Vielfalt“, haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, Geflüchteten/Zugewanderten auch zu Selbsthilfe und Selbstorganisation zu motivieren. Bewährt hat sich eine Mischung von Beratungs- und Selbsthilfestrukturen.
 
Im Rahmen des oben genannten Projektes organisieren wir nun als ein digital basiertes Projektmodul („Hilfe für Helfer*innen“)
- eine praxisorientierte Weiterbildung sowie den fachlichen Erfahrungsaustausch (Netzwerk),
- rund um den Themenkomplex Gesundheit, Beeinträchtigung/ Behinderung, Alter, chronische Erkrankungen, bedarfsgerechte Hilfen im interkultureller Kontext.
 
Inhalte des Austausches und der Online-Seminars sind u.a. (nur ein kleine Auswahl):
  Aktuelle (mehrsprachige) Informationen, Videomaterialien zum Corona-Virus
  Informationen für die (veränderte) Beratungspraxis, Informationen zu Hilfeleistungen und Angeboten (im Stadtteil)
  Onlinekommunikationstools, digitalen Barrierefreiheit im Internet etc.
  Was ist und wie organisieren wir Selbsthilfe?
  Warum Selbsthilfe von Migrant*innen/ Geflüchteten? Was sind die Potentiale, Besonderheiten, Probleme?
  Wie den Austausch in einem Netzwerk organisieren?
  Wie lässt sich (digitale) Teilhabe gestalten? Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigungen / Behinderungen
  (Fachvorträge, Informationsseiten und Broschüren (z.B. Fachvorträge zu medizinischen und psychosozialen Perspektiven)
 
Wer kann mitmachen?
Ansprechpartner*innen des Projektes sind Geflüchtete/Migrant*innen, professionelle und ehrenamtliche Akteur*innen, Multiplikatoren der Flüchtlings- und Behindertenhilfe, im Gesundheitssektor, der Migrations- und Sozialarbeit und der Selbsthilfe, Interessierte am Thema.
 
Wie mitmachen? 
Der Aufwand, die aufgebrachte Zeit der Beteiligung am Projekt liegt in der Freiwilligkeit der jeweiligen Teilnehmer*innen, aber natürlich sind wir dankbar für Rückmeldungen, Hinweise und Fragen, wenn die Erfahrungen  zum Nutzen aller geteilt würden. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos.
 
Sie würden sich gerne beteiligen? Haben Sie Fragen oder möchten Sie mitmachen?
 
Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit:
Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn EMFA/ Integrationsagentur
Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
J. Michael Fischell (Dipl. Soz. Wiss.) (Projektkoordination)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder 0176  34 68 34 10
 
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internet-Seite: www.fbk-bonn.de
 
Ich wünsche Ihnen / Euch und Ihren / Euren Klient/-innen viel Kraft und Gesundheit für die für die anstehenden Aufgaben und freue mich darauf, mit Ihnen/-Euch in Kontakt zu treten.
 
Mit freundlichen Grüßen
J. Michael Fischell (Dipl. Soz. Wiss.) (Projektkoordination)
Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
 
Projektträger ist die die EMFA / Integrationsagentur. Wir kooperieren eng mit der Behindertengemeinschaft Bonn, der Bonner Altenhilfe und der Alzheimer-Gesellschaft Bonn.
** Gefördert als spezifische Maßnahme im Rahmen der KOMM-AN NRW III Projekte durch die Landesregierung NRW; in Kooperation mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.

Projektleiter ist Dr. Hidir Celik, Verantwortlicher Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur.
 
EMFA Logo        KOMM AN Logo
 
              


              
 
 

„Ich komme immer mit Freude ins Café“

Samal ist bereits seit 23 Jahren in Deutschland. Damals flüchtete sie mit ihrem Ehemann und zwei kleinen Kindern nach jahrelang erlebten Unruhen und Krieg aus dem Irak. Dort arbeitete sie als Technische Zeichnerin, doch in Deutschland musste sie ganz von vorne beginnen. In unserem Interview erinnert sie sich an ihre Anfangszeit in Bonn: „Damals gab es keine Angebote, und ich war immer Zuhause, alleine mit den Kindern. Ich hatte keinen Kontakt. Es war wie ein Kampf“.

Erst anderthalb Jahre später hatte sie die Möglichkeit, in Bonn einen Deutschkurs zu besuchen, in welchem den Teilnehmenden jedoch ausschließlich deutsche Grammatik vermittelt wurde. Darüber hinaus hatte sie kaum Kontakt zu Deutschen, sie sei immer direkt nach der Schule nach Hause gegangen, erinnert sich Samal. „Ich wollte viel lieber sprechen üben und Kontakt haben.“

Über ein Projekt im Haus MIGRApolis lernte sie Barbara Schlüter kennen. Als diese das Konversations-Café eröffnete, bat sie Samal um Unterstützung als Übersetzerin. Heute sind die Beiden befreundet. Sie leiten zusammen seit 5 Jahren das wöchentlich stattfindende Konversations-Café für Migrant*innen und Geflüchtete in der Bonner Innenstadt. Ehrenamtliche Helfer*innen stehen als Gesprächspartner*innen für die Besucher*innen zur Verfügung. Hier findet genau das statt, was Samal damals bei ihrer Ankunft in Deutschland vermisst hatte: Zugewanderte können durch Angebote, wie das Konversations-Café, mit Deutschen in Kontakt kommen, Beziehungen aufbauen und dadurch die Sprache erlernen.

Das Café ist laut Samal etwas ganz Besonderes, weil es ein Ort ist, an dem viele Hilfsangebote vereint werden. Seit 2015 kamen immer mehr Ehrenamtliche, die sich engagieren wollten. Alle besitzen unterschiedliche Interessen und Stärken, mit denen sie die Geflüchteten unterstützen. Einige haben sich auf den Bereich Schule und Beruf spezialisiert, andere erklären schwierige Grammatikregeln und helfen bei Vorbereitungen zu den Sprachprüfungen. Vor allem geht es aber darum, miteinander das Sprechen zu üben. Die Texte, die Samal und Barbara jede Woche vorbereiten, handeln von aktuellen Themen in Gesellschaft, Politik und Alltag. Mit einfacher Sprache und leichten Übungen wird das Sprechen für den Alltagsgebrauch gelernt. Dabei dürfen die Besucher*innen ganz aktiv mitbestimmen, wie die Zeit im Café gestaltet werden soll, welche Themen sie interessieren und welche Fragen sie haben. Die Atmosphäre ist „schön, offen und lebendig“, so Samal. Alles sei freiwillig, „es gibt hier keinen Druck“.

Samal wünscht sich für das Café, dass es die nächsten Jahre weiter stattfinden kann, dass mehr Teilnehmer*innen und Ehrenamtliche erreicht werden und neue Kontakte entstehen. „Gute Freundschaften sind hier entstanden“ sowie ein weiterbestehender Kontakt auch über das Café hinaus. „DAS ist doch ein gutes Beispiel für Integration!“.

Ali besucht von Beginn an das Café. Es war der Ort, an dem er nach seiner Ankunft in Deutschland vor 5 Jahren eine erste Anlaufstelle fand. Heute berichtet er: „Ich komme mit Freude ins Café, weil die Leute hier wie Schwestern und Brüder für mich sind“. Am liebsten würde er zweimal die Woche kommen, um mehr über Deutschland zu lernen, die Kultur besser zu verstehen und seine Deutschkenntnisse noch weiter zu verbessern. Ali hat viele gute Erinnerungen aus den letzten 5 Jahren im Café. Im Café fühlt er sich sicher und weiß, dass er Unterstützung und Antwort auf seine Fragen bekommt. Es erleichterte ihm damals sein Ankommen in Deutschland, und er ist dem Café über all die Jahre treu geblieben. „Wenn ich zu Hause eine Feier habe, lade ich die Leute vom Café ein. Was kann ich mir mehr wünschen?“

Parand aus dem Iran ist bereits seit 32 Jahren in Deutschland. Sie hat keine Familienangehörigen hier. Sie kommt in das Café, um die Begegnung mit Menschen zu haben und sich nicht so einsam zu fühlen. „Ich fühle mich gut hier, die Leute sind sehr lieb, und es ist eine positive Energie.“ Im Café mache es keinen Unterschied, ob man muslimisch oder christlich ist. „Wenn ich hier über Gott reden kann, dann geht es mir gut“, sagt Parand.

Interviews aus dem Konversations-Café im Haus MIGRApolis. Bonn, 03.03.2020

Konversationscafe

Barbara Schlüter und Samal


 

Der Umgang mit der Corona-Krise

Liebe Kolleg*innen, liebe Leser*innen,

auch unsere Web-Seite Flucht, Behinderung und Krankheit steht leider im Zeichen der Ausbreitung des Coronavirus und den sich hieraus ergebenden Herausforderungen für zugewanderte Menschen mit einer Behinderung / Beeinträchtigung und chronischen Erkrankungen, für ihre Angehörigen und für die mit diesen Gruppen arbeitenden Beratungsstellen.

Geflüchtete Menschen mit einer Behinderung sind in der aktuellen Situation besonders gefährdet. Sie sind konfrontiert mit einem durch das Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkten Zugang zu medizinischen Leistungen, mit einer für ihre Wohnbedürfnisse oft nicht geeigneten, und mit großem Ansteckungsrisiko verbundenen Heimunterbringung und zahlreichen Teilhabebarrieren im Alltag. Die besonders gefährdete Personengruppe der geflüchteten Menschen mit einer Behinderung / Beeinträchtigung ist so einem großen Infektionsrisiko - verbunden mit einem potentiell gefährlichen Krankheitsverlauf - ausgesetzt.

Ich habe für Sie einige Informationen gesammelt, von denen ich hoffe, dass sie in der nun veränderten Situation für Sie, die im Arbeitsfeld Flucht, Migration und Behinderung tätigen bzw. am Thema interessierten Leser*innen, von Nutzen sein können.

Ich wünsche Ihnen in diesen schweren Zeiten Zuversicht, Durchhaltevermögen und vor allen Dingen Gesundheit!

J. Michael Fischell (Dipl.Soz.Wiss.)
Ev. Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) Integrationsagentur
Koordination Bereich Migration / Flucht / Behinderung / Krankheit

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Rettungskette für Menschenrechte

#HandinHand

!! Wegen der Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus verschoben  !!

Auf den Fluchtrouten nach Europa gibt es fürchterlich viel Elend. Viele Menschen sterben. Der Verein „Menschenkette für Menschenrechte“, besteht aus Pädagog*innen, Journalist*innen, medizinischem Fachpersonal und, Schriftsteller*innen aus Deutschland, Österreich und Italien, die dem Leid und Sterben nicht länger zuschauen wollen. Viele andere Hilfsorganisationen schließen sich diesem Anliegen an. Auch die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA) Bonn. Gemeinsam wollen wir für Menschlichkeit in Europa einstehen.

Als Zeichen für solches Einstehen ist eine Menschenkette von Norddeutschland bis zum Mittelmeer geplant. Die Route soll in Hamburg beginnen und über Hannover, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Memmingen, Kempten, weiter über Österreich, Reutte, Telfs, Innsbruck und Italien, Bozen, Trient, Rovereto, Verona, Vicenza, Padua führen und in Chioggia enden. Dazu ruft die EMFA Bonn Sie zum Mitmachen auf.

Wenn wir auch noch nicht wissen, wann diese Aktion nach der Coronakrise stattfinden kann, bitten wir Sie, nehmen Sie sich vor mitzumachen und  mit uns zusammen in Bonn ein Zeichen für Menschlichkeit zu setzen. Sobald ein neuer Termin feststeht, werden wir Sie gerne informieren. Schicken Sie uns dafür bitte eine kurze Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aufruf_Menschenkette_2020_neu_1.pdf


 

Foto-Ausstellung zum Thema "Antisemitismus" eröffnet!

Juden in Deutschland fühlen sich zunehmend bedroht
Beschimpfungen, Mobbing und auch Gewalt nehmen ständig zu…
Juden haben Angst…
 
Antisemitismus ist nicht irgendein Verschwörungsglaube, sondern er bedroht die Grundlagen jeder friedlichen, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Ordnung.
 
Viele Menschen in Deutschland wissen nicht, dass jüdische Institutionen in der Regel unter Polizeischutz stehen. Erst der Angriff auf einen Kippa-tragenden Jungen in Berlin im April 2018 erregte ein größeres Medienecho.
 
Durch Internet, Satellitenfernsehen und die Verbreitung von Smartphones können hunderte Fernsehkanäle in Deutschland angeschaut werden. Konflikte aus dem Nahen Osten werden so unter Familien in Deutschland ausgetragen. Die Hemmschwellen bei antisemitischen Äußerungen sind im anonymen Internet zurückgegangen, antisemitische Parolen werden öffentlich skandiert, jüdische Restaurants angegriffen, Friedhöfe geschändet,
Synagogen angegriffen, und für jüdische Schüler ist das Klima an vielen Schulen unfreundlich.
 
Diese Sachlage gilt es zu vermitteln und besonders junge Leute zu sensibilisieren, so etwas nicht zu tun, sondern respektvoll mit anderen Menschen oder Verschiedenheit umzugehen. Einem breiten Publikum soll die Wirklichkeit jüdischen Lebens nahegebracht werden.
 
Der Wert der Ausstellung liegt in dieser Sensibilisierung und der Vermittlung von Basiskenntnissen über jüdisches Leben heute in Deutschland.
Eine möglichst einfach aufzubauende Roll-Up-Ausstellung soll in Schulen an zentraler Stelle platziert werden. Übers Internet können dann die Interviews abgerufen werden. Lehrer sollen diesen Lernprozess begleiten.
 
Das Projekt Angst vor Hass ist als Wanderausstellung konzipiert, die in Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen Station machen wird. Den Anfang macht die Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Bonn.
 
Die Ausstellung wurde von Frau Leutheusser-Schnarrenberger, der Antisemitismusbeauftragten von Nordrhein-Westfalen, am 28. Januar (Dienstag) um 11.00 Uhr in der Bertolt-Brecht-Gesamtschule, Schlesienstraße 21-23, 53119 Bonn, eröffnet.
 
Die Grußworte sprachen:
Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn
Pfarrer Uwe Grieser, stellvertretender Superindendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn
Margarete Traub, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bonn
Margarete Ruhnke, Leiterin der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn
 
Die Moderation übernahmen Dr. Hidir Celik, Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur und Dr. Uri Robert Kaufmann, Leiter der Alten Synagoge Essen. Anwesend war der Fotograf Ulrich Püschmann.
 
Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung durch die Bläsergruppe der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn.
 
Träger des Projektes ist die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur.
 
Die Ausstellung „Juden in Deutschland haben wieder Angst“ ist bis Ende Februar im Foyer der Aula der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn, Schlesienstraße 21-23, zu sehen.
 
 
 
 
Eröffnungsveranstaltung Bonn 24 1600  Eröffnungsveranstaltung Bonn 39 1600 Eröffnungsveranstaltung Bonn 41 1600
 
Linkes Bild: von links nach rechts: Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn,  Margarete Ruhnke, Leiterin der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn, Dr. Margaret Traub, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bonn, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes  Nordrhein-Westfalen, Dr. Hidir Celik, Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur
 
Mittleres Bild: Ausstellungsstücke
 
Rechtes Bild: Bläsergruppe der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn
 
 
Fotos: Ulrich Püschmann

Offene Beratungssprechstunde der EUTB

In Zusammenarbeit mit der EMFA Bonn – Integrationsagentur bietet die Ergänzende Unabhängige Teilhabe Beratung Bonn eine offene Beratungssprechstunde in den Räumen von MIGRApolis an.
 
Menschen mit Einschränkungen haben das Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft und auf Leistungen für ein selbstbestimmtes Leben. Mögliche Beratungsthemen sind:

∗ Assistenzleistungen
∗ Persönliches Budget
∗ Wohnen und Betreuung
∗ Schwerbehindertenausweis
∗ Familie und Partnerschaft
∗ Schule, Ausbildung, Beruf oder Studium
∗ Freizeit und psychosoziale Beratung in Lebenskrisen

Peer Counseling – Beratung von Betroffenen für Betroffene – ist die bevorzugte Beratungsmethode. Sie unterstützt, Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen.
Die Beratung ist kostenlos und beantwortet Fragen zur Teilhabe. Die Wünsche der Ratsuchenden stehen immer im Vordergrund. Gerne können Sie sich zu der Beratung begleiten lassen.

Beratung jeden 2. Dienstag im Monat
von 10:00 bis 12:00 Uhr
MIGRApolis-Haus der Vielfalt
Brüdergasse 16-18
53111 Bonn
Telefon: 0228-69 74 91
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sven Günzel
Leitung EUTB-Bonn
Web: http://www.eutb-bonn.de
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 0228-25 04 20

Sven Günzel hat in Hamburg Japanologie und evangelische Theologie studiert und war als Journalist und Redakteur freiberuflich tätig.
2001 ist er nach Bonn gekommen und hat ab 2005 als Trainer bei verschiedenen Bildungsträgern gearbeitet. Hier kam es zu ausgiebigen Kontakten mit behinderten Menschen. Das und seine eigenen Beeinträchtigungen nahm er zum Anlass, bis 2018 ehrenamtlich als Peer Counselor zu beraten.
Ab 2017 hat er hat dabei geholfen, die EUTB-Beratungsstelle in Bonn aufzubauen, dessen Leiter er heute ist. Er berät mit zwei Kolleginnen Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige und von Behinderung bedrohte Menschen zu allen Themen der Teilhabe.

Frei und gleich - Theaterworkshop zum Thema Menschenrechte

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) veranstaltet einen Workshop, der sich intensiv mit dem Themenkomplex Menschenrechte beschäftigen wird.

Die Idee ist, das Wechselspiel von Identität und Menschenrechten anschaulich und durch theaterpraktische Methoden erlebbar zu machen. Zielgruppe sind alle Interessierten, insb. aber Multiplikatoren der Jugendarbeit, für Lehrer_innen, Sozialarbeiter_innen, Diakoninnen und Diakone, Jugendreferent_innen sowie Theaterpädagog_innen.

Ziel ist es, dass die Teilnehmer Methoden kennenlernen, die sie in ihrer eigenen Arbeit  anwenden können - in der evangelischen Jugendbildungsarbeit und darüber hinaus. 

Mehr Informationen finden Sie hier